Glaubenssätze – Antreiber oder Blockade

Aktualisiert: 13. Aug.

Wie bin ich? Wie ist die Welt um mich herum? Auf diese Fragen haben wir Antworten und diese Glaubenssätze beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. In diesem Artikel schauen wir darauf, wie Glaubenssätze entstehen und wie wir sie verändern können.


Was sind Glaubenssätze und wie entstehen sie?

Glaubenssätze sind innere Dialoge, welche zumeist unbewusst ablaufen. Innere Überzeugungen, die wir nicht hinterfragen, sondern auf deren Basis wir handeln. Oftmals handelt es sich dabei um erlernte Sätze, die wir von Eltern, Familienmitgliedern, Lehrer:innen, uns wichtigen Wegbegleiter:innen mitgenommen haben. Sätze oder Aussagen, welche uns eine Vorstellung davon gegeben haben, wie wir uns verhalten oder nicht verhalten sollten. Es können ebenso Lebensweisheiten oder Sprichwörter sein, die wir als bedeutsam mitgenommen haben. Diese Sätze und Aussagen sind mit einer Vorstellung darüber, wie wir uns verhalten oder zu verhalten haben und einer Vorstellung über bestimmte Konsequenzen verbunden. Manchmal können uns auch einfach Sätze wie z. B. „Du bist total unsportlich“ oder „du hast kein Rhythmusgefühl“ nachhaltig prägen, weil wir dadurch die Annahme haben, „Ich bin unsportlich“ oder „Ich bin unmusikalisch“.


Antrieb oder Blockade

Auch wenn oftmals von negativen Glaubenssätzen die Rede ist, gibt es auch positive Glaubenssätze. Innere Überzeugungen, die uns ermutigen, motivieren, aufbauen wie z. B. der Satz „Ich bin gut so wie ich bin“ oder „Ich werde meinen Weg gehen“. Solche Glaubenssätze sorgen dafür, dass wir ein positives Bild von uns und unseren Fähigkeiten haben. Darüber hinaus helfen uns neutrale Glaubenssätze wie z. B. „Es gibt Höhen und Tiefen im Leben“ anzuerkennen, was ist und einen Umgang damit zu finden, ohne dass die Lebenssituation uns vollständig aufreibt.


Negative Glaubenssätze hingegen bremsen uns aus, indem sie uns oftmals mangelnde Fähigkeiten, fehlende Kompetenzen und drohende negative Folgen zuflüstern.


Der Einfluss von Glaubenssätzen

Glaubenssätze bestimmen, was wir denken und damit unsere Gefühle und ebenso unser Verhalten. Es ist, als würden wir uns eine Brille mit einem besonderen Filter aufsetzen und durch sie alles in der Welt betrachten. Glaube ich z. B. „Andere Menschen wollen mir grundsätzlich Böses“, werde ich die Welt durch diesen Wahrnehmungsfilter betrachten und womöglich jeder Person mit Misstrauen begegnen und Sozialkontakte möglicherweise auf das Notwendigste reduzieren und in die soziale Isolation hineingeraten. Unser Wahrnehmungsfilter macht uns auch besonders aufmerksam für die unseren Glaubenssatz bestätigenden Beweise und wir sind gefangen in der sich selbst bestätigenden Wahrnehmungsschleife.


Veränderung von negativen Glaubenssätzen

Sind Glaubenssätze veränderbar? Ja, wir können negative Glaubenssätze verändern und sind ihnen nicht auf immer hilflos ausgeliefert. Die nachfolgenden 5 Schritte können dir helfen, deinen Umgang mit negativen Glaubenssätzen anzupassen:


1. Schritt: Spurensuche

Negative Glaubenssätze zu erkennen, ist der wichtigste Schritt. Da sie uns nicht bewusst sind, ist das leichter gesagt als getan. Die folgenden Fragen können dir dabei helfen:


  • Was glaube ich über mich?

  • Wie bewerte ich mich?

  • Was denke ich über die Welt?

  • Was glaube ich, was geschehen wird?

Du kannst dich in erlebte Situationen zurückdenken oder dich ganz bewusst beobachten und dich fragen, was hinter deinen Gefühlen, deinen negativen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen steckt?

Negative Glaubenssätze sind auch oft mit Signalwörtern, wie z. B. muss, sollte, darf nicht, niemals, immer, keiner, niemand, alle, jeder verbunden.


Hier ein paar Beispiele für negative Glaubenssätze:

  • Andere sind besser als ich.

  • Aus mir wird nie etwas.

  • Das ist nichts für unsereins.

  • Dazu bin ich zu unsicher.

  • Die Anderen sind besser als ich.

  • Ich bin immer an allem schuld.

  • Ich bin es nicht wert, zu bekommen, was ich möchte.


2. Schritt: Realitätscheck

Glaubenssätze kommen als „Wahrheiten“ daher, doch sind sie es wirklich? Mache den Realitätscheck:

  • Stimmt dieser Satz wirklich?

  • Ist diese Überzeugung heute noch sinnvoll?

  • Hilft mir der Gedanke, mich so zu fühlen, wie ich mich fühlen möchte?

  • Hilft mir der Gedanke meine Ziele zu erreichen?

3. Schritt: Gegenbeweise finden

Sammle mindestens drei Gegenbeweise für deinen Gedanken.


4. Schritt: Unterstützende Denkweise entwickeln

Du kannst deine negativen Glaubenssätze durch positive ersetzen, z. B. „Ich darf keine Fehler machen“ in „Ich darf Fehler machen“. Fällt dir eine so radikale Kehrtwende nicht so leicht, mache es dir leichter, indem du den Glaubenssatz erst einmal anpasst „Ich darf auch mal Fehler machen“.


Ein weiteres Beispiel:

Negativer Glaubenssatz: „Ich schaffe das nie“ (Fixed Mindset)

Positiver Glaubenssatz: „Ich schaffe das“

Wachstumsorientierte Denkweise: „Ich schaffe das NOCH nicht“ (Growth Mindset)


5. Schritt: Experimentieren und Geduld haben

Glaubenssätze, die uns lange begleiten, können hartnäckig sein. Schenke dir Zeit, damit aus den neuen Gedankenspuren starke Wege werden können. Mit der Zeit werden dir die neuen Gedankenwege immer leichter fallen.


Habe vertrauen, du wirst deinen Weg gehen!

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