• Melanie Henke

Wünsche und Ziele sind wie Socken unterschiedlicher Farbe

Aktualisiert: 21. Mai 2020

Beschäftigen wir uns mit unseren Wünschen und Zielen, ist es manchmal so, als würden wir morgens im dunkeln, Socken mit gleichem Muster doch unterschiedlicher Farbe anziehen und das erst im Laufe des Tages merken. An dem einen Fuß tragen wir die "Wünsche-Socke" in der Farbe der Emotionen und am anderen Fuß die "Ziele-Socke" in der Farbe der Klarheit. Ein Anblick, der irritiert und möglicherweise vom eigentlichen Thema ablenkt.


Willst du in Sachen "Veränderung" dein volles Potenzial nutzen, lohnt sich nicht nur der Blick auf den Unterschied zwischen Wünschen und Zielen, sondern auch darauf wie du aus der Symbiose von beiden deine Energie ziehen kannst.


Wünsche wollen Veränderung

Es gibt Lebensmomente, in denen in uns der Wunsch nach Veränderung laut wird. Auslöser dafür, können ganz unterschiedliche Lebenssituationen sein. Die berufliche Situation, welche plötzlich eine ganz andere ist. Das Gefühl, in einer Routine gefangen zu sein. Kinder, die das Elternhaus verlassen, die Trennung vom Lebenspartner, der Eintritt in das Rentenalter.

Das alles sind Situationen, in denen wir möglicherweise denken:

  • „Ich wünschte, meine Arbeit würde mir mehr Spaß machen.“

  • „Ich würde so gerne mit meiner eigenen Idee an den Start gehen.“

  • „Mein Wunsch ist es, noch einmal was Neues zu lernen.“

  • „Ich wünsche mir eine neue Aufgabe.“

  • „Mein Wunsch ist, es erfolgreich zu sein.“

  • „Für nächste Woche wünsche ich mir … ."

Wünsche tragen die Farbe der Emotion

Generell sind unsere Wünsche eng mit unseren Gefühlen verbunden. Wünsche sind offen, frei, kreativ und kennen keine Grenzen. Alles ist möglich und selbst die verrücktesten Dinge können wir uns wünschen. Sie können starke Antreiber sein, Kraft und Energie geben. Gleichzeitig sind Wünsche allerdings auch unverbindlich, ohne die Gefahr etwas im Leben ändern zu müssen. Ist der Wunsch nach Veränderung da, liegt damit die Veränderung oftmals noch in weiter Ferne, denn wünschen können wir uns erst einmal alles.


Ein Wunsch ist eine Sehnsucht, das Habenwollen eines bestimmten Erlebenszustandes.* Er richtet sich auf die Befriedigung von Bedürfnissen. In unseren Wünschen äußert sich oftmals ein erlebter Mangel.



Wünsche ohne Entscheidungen bleiben Wünsche

Haben wir den Wunsch nach Veränderung, egal ob groß oder klein steht immer eine Entscheidung im Raum:

  • „Will ich mich wirklich verändern?“, oder

  • „Bin ich bereit, etwas dafür zu tun, dass mein Wunsch Wirklichkeit wird?“

Diese Entscheidung braucht Mut und nicht immer fällt es uns leicht, diese Entscheidung zu treffen. Je weitreichender die Entscheidung auf Basis unseres Wunsches ist, desto mehr analysieren wir die Lage, überprüfen unsere Wünsche, wägen alle möglichen Optionen ab.

Uns auf diesem Weg selbst „auszubremsen“ und es bei einem Wunsch zu belassen ist nicht unwahrscheinlich. So schützen wir uns davor, in unserem Leben etwas ändern zu müssen und der Gefahr eines möglichen Scheiterns.


Ziele tragen die Farbe der Klarheit

Worüber reden wir, wenn wir von "Zielen" sprechen?


Ziele sind Dreh- und Angelpunkte bei der Steuerung unseres Handelns. Sie bestimmen über die Ausführung, Veränderung und Beendigung von Handlungen und die anschließende Bewertung der zustande gekommenen Ergebnisse. Nach abgeschlossener Zielbildung steuern Ziele die Handlungsabläufe im Hinblick auf das angestrebte Ziel.*


Der Weg vom Wunsch zum Ziel

Hast du die Entscheidung getroffen, deinem Wunsch nach Veränderung Taten folgen zu lassen können dir die folgenden Fragen helfen deinen Blick auf dein Ziel zu schärfen:

  • Ist es dein Ziel oder das Ziel anderer?

  • Entspringt das Ziel einem starken Wunsch?

  • Welche Probleme könnten auftreten, wenn du das Ziel erreicht hast?

  • Was ist dein Motiv ("warum") für das Ziel? (Sicherheit, Gewinn, Anerkennung, Neugier, Fürsorge, Gesundheit)

  • Wenn du dir dein erreichtes Ziel vorstellst, fühlt es sich gut an?

  • Für wen ist das Ziel noch wichtig?

  • Wer könnte etwas gegen das Ziel haben?

Diese "zirkulären Fragen" helfen dir, geeignete Ziele zu finden oder deine Ziele dir anzupassen.

Erst aus deiner Entscheidung und deinem geschärften Blick auf dein Ziel können klare und kraftvolle Handlungsimpulse entstehen.


Aus Wünschen wirkungsvolle Ziele formulieren

Ziele wollen nicht nur wohlüberlegt, sondern auch gut formuliert sein, damit aus ihnen wirkungsvolle Taten werden. Hierbei helfen die folgenden Tipps für deine Zielformulierung:

  • Überlege dafür im ersten Schritt, welches Ziel du in Angriff nehmen willst und musst, um deinen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

  • Von Vorteil ist, wenn du dein Ziel schriftlich formulierst, da du durch das Schreiben dein Unterbewusstsein stärker aktivierst. So machst du aus deinen bloßen Wunschgedanken, eine konkrete Absichtserklärung und in gewisser Weise schließt du „ein Vertrag mit dir selbst“.

  • Formuliere dein Ziel sehr konkret, genau, detailliert und mit ersten Schritten, die du unternehmen willst. Achte dabei auch auf die richtige Größe deines Zieles (weder zu groß und unerreichbar, noch zu klein und unbedeutend).

  • Achte darauf, dass dein Ziel nicht von anderen Personen abhängig ist, denn sonst liegt das Erreichen deines Zieles nicht in deiner Hand. Hast du keinen Einfluss auf dein Ziel, handelt es sich nicht um ein Ziel, sondern wieder um einen Wunsch.

  • Formuliere dein Ziel positiv und in der Gegenwart formuliert

Beispiel:

Statt: „Ich lasse mich nicht mehr von meiner Idee XY abhalten.

Besser: „Ich experimentiere mutig mit meiner Idee XY.“

oder:

Statt: „Ich will während des Essens nicht mehr lesen.

Besser: „Ich esse achtsam und ohne Ablenkung.“

  • Mache deine Zielerreichung messbar, indem du festlegst, wann du mit deiner Strategie konkret startest.

  • Schaue auch, wann du es erreicht haben willst. Bedenke, dass große Ziele auch Zeit brauchen, setze dir daher realistische Termine.



Aufgepasst, du musst auch anfangen!

Auch wenn es immer wieder Gründe gibt nun doch nicht zu starten, sei mutig, vertraue dir und starte!


Wünsche und Ziele sind wie Socken unterschiedlicher Farbe

So wie ein Wunsch ein Ziel braucht, um sichtbar zu werden, braucht ein Ziel den Wunsch als Antrieb, um den Weg der Veränderung auch mutig gehen zu können.

Es liegt in deiner Hand, Wünsche und Ziele in den Gleichklang zu bringen, um aus dieser Symbiose deine Energie ziehen zu können. Es ist, als wenn du morgens das Licht anmachst und nicht nur Socken mit gleichem Muster, sondern auch gleicher Farbe anziehst, stimmig, klar und passend.


Hier zum Thema "Wünsche und Ziele" eine Geschichte zum Nachdenken.



Unterstützung einbeziehen

Der Blick auf eigene Wünsche und Ziele wird manchmal von alten Glaubensmustern verdeckt. In solchen Fällen kann eine professionelle Unterstützung hilfreich sein, um zu erkennen was sind eigene und was sind fremdinduzierte Selbstbilder und Bedürfnisse. So lassen sich eigene Wünsche und Ziele leichter erkennen und konkretisieren. Hierfür stehen zahlreiche Techniken bereit - vom Persönlichkeitstest über körperbezogene, psychoanalytische oder psychodramatische Verfahren bis hin zum professionellen Coaching.

Bei Therapeuten und Coachs sind grundsätzlich zwei Richtungen zu unterscheiden. Es gibt einerseits die eher psychoanalytisch geprägte Ausrichtung und andererseits die Coachs systemisch geprägter Ausrichtung. Psychoanalytische Therapeuten und Coachs haben in der Regel einen psychologischen bzw. psychoanalytischen Hintergrund. Hierbei steht eher die Entstehung des jeweiligen Themas/Glaubenssatzes im Vordergrund. In diesem Ansatz wird davon ausgegangen, dass die Lösung eines Problems nur im Zusammenhang mit seiner Entstehung gefunden werden kann.

Der systemische Ansatz setzt in erster Linie auf die Ressourcen zur Problemlösung. Ressourcen über welche die betreffende Person verfügt und die sie stärken kann, um die eigene Situation positiv zu verändern und um eigene Wünsche und Ziele zu konkretisieren. Ganz im Sinne von Steve de Shazer:


„Der Lösung ist es egal, warum das Problem entstanden ist“.


Wünschst du dir auf Basis des systemischen Ansatzes, professionelle Unterstützung bei deinem Blick auf deine selbst- und fremdbestimmten Glaubenssätze, um Klarheit über deine Wünsche und Bedürfnisse zu erlangen, begleite ich dich gerne. Hier kannst du Kontakt mit mir aufnehmen.


Danke für deine Zeit. Sei mutig, vertraue dir und gehe deinen Weg!



Wenn du magst, melde dich gerne zum kostenfreien Newsletter an - der vierteljährlich erscheint - und bleibe so gut informiert mit und über "Melanie Henke - Empower Yourself". Es wäre mir ein Fest!



Quelle:

Wirtz, A. (2013) (Hrsg.). Dorsch-Lexikon der Psychologie. 16. Aufl. Bern

59 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen