• Melanie Henke

Zu alt für eine berufliche Neuorientierung!

Aktualisiert: 21. Mai 2020

Arbeite ich mit Frauen im Alter von Anfang 40, höre ich immer einmal wieder „Wie gerne wäre ich noch einmal 20 Jahre alt, dann hätte ich noch so viele Möglichkeiten den richtigen Weg einzuschlagen, denn das ist in meinem Alter so viel schwerer!“. Arbeite ich mit jüngeren Menschen, höre ich „Ich beneide alle die älter sind, die ihren Platz im Leben und Beruf bereits gefunden haben!".

Findet der Austausch dazu im „Empower Yourself - Workshop“ statt, schauen die Menschen einander an, hören einander zu und profitieren von dem Perspektivwechsel. Schnell wird klar, dass es keinen perfekten Zeitpunkt gibt. Es gibt kein zu früh oder zu spät, Lebenssituationen oder berufliche Situationen zu hinterfragen und neu zu denken. Jede Lebensphase hat ihre eigenen Risiken und Chancen im Veränderungsprozess.


Wie geraten wir in Situationen, in denen wir unseren Lebensweg infrage stellen?

Hierfür lohnt sich ein Blick darauf, wie wir in jungen Jahren unsere ersten Entscheidungen in Sachen „Berufswahl“ getroffen haben. Schauen wir zurück, sehen wir, dass die Basis jeder beruflichen Entscheidung, egal ob Ausbildung oder Studiengang, immer unsere Vorstellung, die wir von der Tätigkeit hatten, war. Selten basierten unsere Entscheidungen auf wirklichen Erfahrungen. Somit ist es „normal“ , dass wir auf dem Weg, oder im „Tun“ möglicherweise früher oder später Zweifel entwickeln. Plötzlich fragen wir uns nach dem tieferen Sinn unserer Arbeit, und stellen möglicherweise fest, dass uns etwas Entscheidendes fehlt. Auf einmal fühlen wir uns völlig fehl am Platz, oder Gedanken, wie

z. B. „Das wollte ich eigentlich nie machen“ oder „So habe ich mir das nicht vorgestellt“ werden laut.

In jungen Jahren haben die wenigsten von uns darüber nachgedacht, wie der Job später einmal mit Kindern vereinbar sein wird. Wir hatten auch noch keine wirkliche Vorstellung davon, wie wir uns „Familienleben“ vorstellen. Der Spagat zwischen Beruf und Familie wird erst spürbar, wenn wir uns mittendrin befinden.

Ebenso sehen sich die meisten von uns erst viel später mit der Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und möglicher Pflege der Eltern konfrontiert.

Als wenn das nicht schon genug Gründe wären, um berufliche Situationen zu hinterfragen, kommt auch noch die Arbeitswelt selbst als auslösender Faktor hinzu. Denn mittlerweile verändern technische Innovationen im Informations- und Wissenszeitalter, in dem Arbeitsprozesse digital gesteuert werden, die Arbeitswelt in einem rasanten Tempo. Nichts ist so vergänglich, wie die Jobs, die wir heute ausüben. Jobs verschwinden, da sie von hocheffizienter Technik übernommen werden. Morgen gibt es Jobs, die wir heute noch nicht kennen.

Schauen wir uns allein diese Punkte an, ist es nicht verwunderlich, dass wir in Lebenssituationen kommen, wo wir unseren Lebensweg infrage stellen.


Was tun, wenn wir unsere Arbeits-, oder Lebenszufriedenheit infrage stellen?

Der Umgang mit dieser Lebenssituation ist grundsätzlich von unseren ganz individuellen Persönlichkeitsmerkmalen geprägt, denn sie führen Regie bei unserem Denken, Fühlen und Handeln.

Wir können davon ausgehen, dass für gewöhnlich die wenigsten von uns, nach dem Erkennen fehlender Lebenszufriedenheit bisherige Wege umgehend verlassen und neue einschlagen werden. Denn schon der Gedanke an eine mögliche Veränderung der Situation wird gerne von alten Werteerwartungen torpediert, indem sie uns zurufen „Da musst du durch, dass gehört dazu, wer A sagt, muss auch B sagen …!“. Garniert werden diese Werteerwartungen auch gerne von zahlreichen Selbstzweifeln. Die Befürchtung, der Veränderung nicht gewachsen zu sein oder die Ratlosigkeit über den weiteren Weg. Ein elementarer Schritt, den du gehen kannst, ist hinzuschauen und dir auch die Erlaubnis zu geben, dass es ok ist, wenn du deine Arbeit- und Lebenszufriedenheit infrage stellst. Ein weiterer wichtiger Schritt ist dann die Bestandsaufnahme. Verschaffe dir einen klaren Überblick über deine Situation.


Was dir hilft, über einen Kurswechsel in deinem Leben nachzudenken

Wie gerade schon erwähnt, verschaffe dir zunächst einen Überblick über deinen aktuellen Status quo. Umbruchphasen laden uns ein, uns selbst gute Fragen zu stellen. Die daraus resultierenden Antworten sind dann unsere neuen Startblöcke.


Hier ein paar Fragen die dich dazu anregen zu hinterfragen, welche Werte dir besonders wichtig sind:

  • Wo und wie willst du zukünftig leben?

  • Was könnte dein Leben bereichern?

  • Welche Wendung willst du deinem Leben geben?

  • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?

  • Einmal angenommen, alles wäre möglich, welche Arbeitsform würdest du dann wählen?

Gut ist es, auch zu schauen, welches Wissen (Ausbildungen, Zertifikate, Weiterbildungen) du dir im Laufe der Jahre angeeignet hast? Darüber hinaus ist jetzt ein guter Zeitpunkt hinzuschauen, welche Kompetenzen du neben deinem Wissen mitbringst, denn „Wissen ist keine Garantie für Kompetenz“, wie ich anhand dieses Beitrags bereits aufgezeigt habe und Kompetenzen gehen über das Wissen hinaus.


Die Frage an dich ist also,

  • wie und woran kannst du zeigen, dass du dich motivierend, ergebnisorientiert, neutral, glaubwürdig in Prozesse einbringen und eigenverantwortlich arbeiten kannst?

  • an welchen Beispielen wird sichtbar, dass du dich selbst gut organisieren und mit anderen in produktive Kooperationen gehen, oder schwierige Situationen mit Gelassenheit und Optimismus bewältigen kannst?


Deine "Biografische Sammlung" als Wegweiser

Auf die Suche nach deinen Kompetenzen, kann dir deine Biografie eine wertvolle Informationsquelle sein. Nehme dir Zeit und Ruhe hinzuschauen. Möglicherweise fallen dir zu folgenden Fragen Stichworte oder ganze Sätze ein:


  • Wovon hast du in deiner Kinder- und Jugendzeit geträumt?

  • Welche Dinge haben dich im Laufe Deines Lebens ganz besonders interessiert?

  • Welche einschneidenden Erlebnisse gab es in deinem Leben?

  • Was machst du in deiner Freizeit besonders gern? Was hast du dabei gelernt?

  • Was war dir bei deiner Berufswahl besonders wichtig?

  • Welche wichtigen Dinge hast du während deiner Schulzeit und der Ausbildung gelernt?

  • Was hast du bei der Ausübung deines Berufs gelernt?

  • Was konntest du von deinen Freunden/ Freundinnen lernen?

  • Was hat in deinem Leben im Augenblick große Bedeutung?

  • Was bedenkst du, wenn du Entscheidungen triffst?

  • Für welche Dinge setzt du dich besonders ein?

  • Was war deinen Eltern besonders wichtig?

  • Welche Werte sind dir besonders wichtig?


Nutze diese Fragen als Denkanstoß für dich. Die Biografische Sammlung gibt dir einen Überblick über deine Werte, Entwicklungsstationen und wichtige Erlebnisse in deinem Leben. Nehme die Antworten als Wegweiser für deinen weiteren Weg.



Gerne unterstütze ich dich auch bei deinem Blick auf deine Kompetenzen mit der Kompetenzenbilanz*. Mit der Kompetenzenbilanz und dem Empower Yourself Workshops, ermutige ich dich hinzuschauen wer du wirklich bist und was du brauchst, um dein Leben leidenschaftlich und sinnerfüllt zu leben. Dabei geht es darum, deinen beruflichen Weg zu kreieren, der dir ein sinnerfülltes Leben ermöglicht.


Mehr Wissen zur Kompetenzenbilanz bekommst du hier: Kompetenzenbilanz - was ist das und was kann sie für mich tun?

Bei weiteren Fragen zur Kompetenzenbilanz melde dich gerne: Kompetenzenbilanz-Coaching


Sei dir gewiss, du steckst voller Kompetenzen, die dir ein sinnerfülltes Leben ermöglichen, also sei mutig und gehe deinen Weg!


Danke für deine Zeit.


Wenn du magst, melde dich gerne zum kostenfreien Newsletter an - der vierteljährlich erscheint - und bleibe so gut informiert mit und über "Melanie Henke - Empower Yourself". Es wäre mir ein Fest!



*Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest 2017: In einer Studie der Stiftung Warentest im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung schnitt die Kompetenzenbilanz am besten von allen 11 getesteten Verfahren ab.


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